Aluminium kleben statt schweißen: Wann Kleben die bessere Wahl ist
Effiziente Aluminiumverbindungen ohne Hitze, Bohren oder Verzug
Lesedauer 7,5 Minuten
Aluminium kleben wird immer beliebter — als saubere, leichte und vielseitige Verbindungstechnik im Bau‑ und DIY‑Bereich. Ob für Möbelbau, Maschinenverkleidungen oder feine Rahmenkonstruktionen: Aluminium ist als Leichtbaumaterial besonders im Fahrzeugbau und anderen Industrien gefragt, wo das Kleben gegenüber anderen Verbindungsmethoden entscheidende Vorteile bietet. Nicht immer sind Schrauben oder Schweißen ideal: Löcher bohren hinterlässt Spuren, Schweißen erfordert Spezialwerkzeug und Fachwissen — und oft riskierst du Verformungen oder unschöne Schweißnähte. Das Kleben von Aluminium ist deshalb eine echte Alternative, die dir viele Vorteile bringt: Du arbeitest schneller, sauberer und oft günstiger. Mit dem passenden Klebstoff und einer sorgfältigen Vorbereitung lassen sich Alu‑Teile sicher, dauerhaft und ästhetisch sauber verbinden.
Inhalt
- Wann Kleben besser ist als Schrauben oder Schweißen
- Welche Kleber eignen sich – und worauf du achten solltest
- Warum Kleber nicht gleich Kleber ist
- Voraussetzungen und richtige Vorbereitung
- Schritt-für-Schritt: So klebst du Aluminium richtig
- Aluminium mit Aluminium kleben
- Aluminium auf Holz kleben und mehr
- Grenzen & spezielle Fälle
- Warum Aluminium auf Silikon problematisch ist
- Fazit
- FAQ

Das Wichtigste in Kürze
- Aluminium kleben ist eine saubere, schnelle und kosteneffiziente Alternative zu Schweißen oder Schrauben.
- Ideal bei Materialkombinationen mit Holz, Kunststoff, Glas oder Beton.
- Entscheidend sind richtige Kleberwahl, saubere Vorbereitung und Oberflächenbehandlung.
- Für maximale Stabilität eignen sich Epoxidharz‑, PU‑ oder MS‑Polymer‑Kleber.
Wann Kleben besser ist als Schrauben oder Schweißen
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Wenn du eine schlanke, sichtbare Oberfläche ohne Schraubköpfe oder unschöne Nähte willst (z. B. Rahmen, Möbel, Leisten). Neben Schrauben und Schweißen ist auch das Nieten eine bewährte Technik zum Verbinden von Aluminiumteilen, jedoch bietet das Kleben im Vergleich zu diesen traditionellen Verbindungstechniken oft eine unsichtbare und glatte Oberfläche.
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Wenn du verschiedene Materialien beim Aluminiumkleben kombinieren willst (Alu + Holz, Alu + Kunststoff, Alu + Glas …) — Kleber kann flexibel und gleichmäßig verbinden.
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Bei Leichtbau oder schwingungsanfälligen Teilen: Kleben verteilt Kräfte flächig, dämpft Vibrationen und kann Spannungen ausgleichen. Gerade im Leichtbau, Fahrzeug- und Flugzeugbau ist das Kleben häufig vorteilhafter als das Schweißen, da diese Technik Material und Gewicht spart.
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Wenn du werkzeug- und temperatursparend arbeiten willst: Kleben erfordert meist nur Schleifpapier, Kleber und Klemmen; keine Schweißausrüstung oder Bohrmaschine.
Welche Kleber eignen sich – und worauf du bei Auswahl und Vorbereitung beim Aluminiumkleben achten solltest
Gerade im Automobilbau, Maschinenbau und Eisenbahnbau werden Klebetechniken eingesetzt, die auf die besonderen Anforderungen dieser Branchen zugeschnitten sind: hohe Festigkeit, schnelle Verarbeitung, Beständigkeit gegen Korrosion und Umwelteinflüsse.
Warum Kleber nicht gleich Kleber ist
Aluminium bildet an der Luft sofort eine dünne, spröde Oxidationsschicht aus Aluminiumoxid, die das Metall zwar vor Umwelteinflüssen wie Wasser schützt, aber die Haftung von Klebstoffen deutlich erschwert. Magnesium, Kupfer und Zink verwendet, um Festigkeit und Gewicht zu optimieren. Diese Oxidationsschicht wirkt als Barriere und kann bei Belastung zu Haftungsproblemen führen, da sie nicht fest mit dem Aluminium verbunden ist und Klebstoffe daran nur schlecht haften. Die meisten Aluminiumteile werden als Legierungen mit Zusätzen wie
Geeignete Klebstoffe für Aluminium
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Epoxidharzkleber (1K / 2K): Sehr hohe Festigkeit, ideal für tragende Verbindungen
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Acrylatkleber (2K): Schlagfest, schneller Festigkeitsaufbau
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Polyurethan- & MS‑Polymer‑Kleber: Elastisch, perfekt für größere Flächen und Materialmix
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Montagekleber: Universell einsetzbar bei einfachen Anwendungen mit geringer Belastung
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Aluminium-Minutenkleber: Schnelle Aushärtung und gut für punktuelle Reparaturen oder schnelle Befestigungen
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Sekundenkleber: Nur für kleine Reparaturen
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Silikone: Flexibel bei starken Temperaturschwankungen
Für belastbare, dauerhafte Verbindungen sind spezielle Klebstofftypen und das richtige Klebstoff-Material entscheidend. Die gängigsten Typen für Aluminium sind:
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- 1K- und 2K-Epoxidharzklebstoffe (30–40 MPa Festigkeit)
- 2K-Acrylatklebstoffe (zähelastisch, ca. 20 MPa, schnell aushärtend)
- 2K-Polyurethan-Klebstoffe (ideal für große Flächen & Materialkombinationen)
Kleben von Aluminium ermöglicht eine leichtere Bauweise, was im Automobilbau zur Senkung des Benzinverbrauchs beiträgt. Kleben ermöglicht eine leichte Bauweise ohne Hitzeeinwirkung und wird deshalb häufig im Fahrzeug‑, Maschinen‑ und Leichtbau eingesetzt.
Vorbereitung – der wichtigste Schritt
Nur auf sauberen, angerauten und entfetteten Oberflächen hält die Klebung dauerhaft:
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Reinigen & entfetten
Mit Aceton, Isopropanol oder speziellem Reinigungsspray Öl, Fett und Schmutz entfernen. -
Anrauen
Leicht schleifen (Körnung 120–220 oder Schleifvlies), um die Oxidschicht zu entfernen. -
Staub entfernen & zügig kleben
Nach dem Schleifen sofort kleben (innerhalb von ca. 10 Minuten), bevor sich neue Oxide bilden. -
Kleber korrekt anwenden
Mischverhältnis, Topfzeit und Verarbeitungstemperatur beachten. Teile fixieren und mindestens 24 Stunden aushärten lassen.
Praxis-Tipps:
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Klebefläche mindestens 10× Materialstärke
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Klebungen bevorzugt auf Scherung, nicht auf Zug belasten
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Bei eloxierten Oberflächen Primer oder spezielle Vorbehandlung verwenden
Häufig bewährt:
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Polyurethan- oder MS-Polymer‑Kleber (für größere Flächen oder elastische Verbindungen)
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hochwertige Sekundenkleber mit Metall‑Eignung für kleine Reparaturen.
Beachte stets die Anweisungen des Klebstoffherstellers und halte dich an ein strukturiertes Vorgehen bei der Oberflächenvorbereitung. Die Einhaltung der VDI Richtlinie 2229 ist für die fachgerechte Oberflächenvorbereitung und Klebeverfahren bei Aluminium besonders relevant. Um Aluminium effektiv zu kleben, benötigst du spezielle Konstruktionsklebstoffe wie Epoxid-, Acrylat- oder PU-Kleber sowie eine gründliche Oberflächenvorbereitung.
Klebetechniken im Überblick
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Kontaktkleben: Für flächige Verbindungen mit schneller Anfangshaftung
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Überlappkleben: Für stark belastete Bauteile, bessere Kraftverteilung
Fazit:
Die richtige Kombination aus Klebstoff, Vorbereitung und Klebetechnik ist entscheidend für eine sichere, langlebige Aluminiumverklebung – egal ob im DIY‑Bereich oder in der Industrie.
Schritt-für-Schritt: So klebst du Aluminium richtig
Hier eine kompakte Anleitung, ideal als Checkliste für dein Projekt. Wenn du diesen Workflow einhältst, sind Verklebungen meist so stabil wie geschweißt oder genietet — ohne Wärme, ohne Bohren, ohne Spezialwerkzeug:
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Fläche reinigen & entfetten (Aceton, Isopropanol…)
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Anschleifen / Anrauen (z. B. Schleifpapier 120–220)
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Staub und Schleifreste entfernen
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Kleber auswählen: Epoxidharz, Polyurethan oder Spezialkleber — je nach Einsatzbereich
Beachte unbedingt die Anweisungen des Klebstoffherstellers, insbesondere zum Mischverhältnis und zur Topfzeit. Nur so kann die optimale Haftung und Sicherheit gewährleistet werden.
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Kleber gleichmäßig auftragen — nicht zu dünn, nicht zu dick. Die Topfzeit gibt an, wie lange der Klebstoff verarbeitet werden kann, bevor er zu dick wird und die Haftung beeinträchtigt wird.
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Teile exakt ausrichten & fixieren (z. B. mit Klemmen, Gewichten, Schraubzwingen)
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Aushärten lassen — die vollständige Festigkeit erreicht der Kleber meist erst nach der empfohlenen Zeit; keine Belastung vorher!
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Optional: Überstände entfernen bzw. sauber verspachteln
Hinweis: Für professionelle Anwendungen empfiehlt sich die Beachtung der VDI Richtlinie 2229. Vor dem Kleben sollte eine sorgfältige Sichtkontrolle der Klebefläche erfolgen, um eine saubere und optimal vorbereitete Oberfläche sicherzustellen.
Aluminium mit Aluminium kleben: Moderne Verbindungstechnik mit vielen Vorteilen
Wenn du Aluminium verbinden möchtest – etwa Profile, Bleche oder Rohre – ist Kleben oft die bessere Wahl als Schweißen oder Schrauben. Aluminium gilt als Leichtbaumaterial und wird im Fahrzeug- und Flugzeugbau häufig in Kombination mit anderen Werkstoffen wie CFK (Carbonfaserverstärkte Kunststoffe), GFK (Glasfaserverstärkte Kunststoffe), Stahl, Magnesium, Kupfer und Zink eingesetzt, um Gewicht zu reduzieren und die Strukturfestigkeit zu erhöhen. Versteifungsprofile aus Aluminium werden dabei oft durch Kleben verbunden, um die Struktur zu verstärken, ohne das Gewicht wesentlich zu erhöhen. Es entstehen saubere, belastbare und vibrationsdämpfende Verbindungen ohne Wärmeeinwirkung. Klebeverbindungen bei Aluminium sollten idealerweise nur auf Schub (Scherung) beansprucht werden, um die maximale Festigkeit zu gewährleisten. Besonders bewährt für das Alu auf Alu kleben hat sich der WEICON Aluminium-Minutenkleber, ein pastöser, aluminiumgefüllter Epoxidklebstoff, der spaltfüllend, schrumpffrei und schnellhärtend bei Raumtemperatur ist. Er überzeugt durch seine hohe Schäl-, Zug- und Schlagfestigkeit und lässt sich nach dem Aushärten mechanisch bearbeiten – etwa durch Feilen, Bohren oder Fräsen. Damit eignet er sich besonders gut für das Kleben von Aluminium mit sich selbst oder mit anderen Leichtmetallen.
Aluminium auf Holz kleben und mehr
- Alu auf Holz kleben: Ideal beim Bau von Möbeln, Verblendungen oder Rahmen. Verwende hier den universellen Montagekleber, der auch bei Feuchtigkeit zuverlässig haftet. Dieser elastische 1-Komponenten-Kontaktkleber auf Basis von Synthesekautschuk eignet sich für viele Materialien und Anwendungen im Innen- und Außenbereich – z. B. für Sockelleisten, Paneele, Wandverkleidungen, Fensterbänke oder Türschwellen.

- Alu auf Kunststoff / Kunststoff auf Alu kleben: Bei Materialmix zählt Flexibilität: Polyurethan‑ oder Spezialkleber liefern oft bessere Ergebnisse als starre Epoxidkleber. Besonders bei Zierblenden im Fahrzeugbau sind 2K‑PUR‑Metallklebstoffe verbreitet.
- Alu auf Glas kleben: Transparente, elastische Montagekleber eignen sich gut, z. B. für Deko‑Elemente, Küchenrückwände oder rahmenlose Konstruktionen.
- Alu auf Beton kleben: Auch poröse Untergründe wie Beton lassen sich mit starkem Montagekleber verbinden – etwa für Wandprofile, Sockel oder Fassadenelemente.
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Aluguss kleben: Gussteile aus Aluminiumlegierungen lassen sich ebenfalls gut kleben. Entferne vorher lose Gussreste und Staub, damit der Kleber optimal haftet.
Grenzen & spezielle Fälle
Wenn du beschichtete Alu-Teile, Alu‑Verbundplatten oder Alu-Fensterbänke kleben willst, eignet sich ein flexibler Montagekleber am besten — vor allem wenn Witterung, Temperaturwechsel oder leichte Bewegungen mitspielen. Elastizität und Haftung sind hier wichtiger als maximale Festigkeit.
Bei eloxierten Oberflächen kann der Einsatz von speziellen Primern oder chemischen Vorbehandlungen die Haftung deutlich verbessern. Achte dabei unbedingt auf die Anweisung des Herstellers bezüglich der Anwendung solcher Produkte, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Warum Aluminium auf Silikon problematisch ist
Aluminium auf Silikon kleben ist meist keine gute Idee. Silikon dient vor allem der Abdichtung, nicht der festen Verbindung – es bleibt elastisch und haftet schlecht auf Metall. Selbst mit Spezialklebern sind nur leichte, unbeanspruchte Anwendungen möglich. Wenn du etwas straffes, dauerhaftes und belastbares bauen willst — verzichte auf Silikon als Klebersatz. Nutze passende Metall‑ oder Montagekleber.
Warum das so ist: Silikon bleibt elastisch und verhindert, dass Kleber eine stabile Haftbrücke aufbaut. Die Oxidschicht auf Aluminium plus die glatte, teils gewölbte Silikonoberfläche erschweren die Haftung zusätzlich. Für tragende oder belastete Verbindungen sind Epoxid‑ oder Polyurethan‑Kleber deutlich zuverlässiger — Silikon eignet sich höchstens für Abdichtungen oder entkoppelte Elemente.
Fazit: Kann man Aluminium kleben?
Um die Frage, ob man Aluminium kleben kann, kurz zu beantworten: Ja, man kann Aluminium kleben, und oft ist es die bessere Option gegenüber Schweißen oder Schrauben. Vor allem für Projekte mit leichten Konstruktionen bietet Kleben große Vorteile: sauber, schnell, langlebig — und ohne große Werkstatt. Vorausgesetzt, du achtest auf:
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die richtige Kleberwahl (verschiedene Klebstofftypen wie Metall‑, Epoxid‑, Acrylat‑ oder Polyurethan‑Kleber),
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ordentliche Oberflächenvorbereitung (reinigen, entfetten, anrauen),
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saubere Verarbeitung und ausreichende Aushärtezeit.
Besonders wichtig ist die Auswahl des passenden Klebstofftyps für dein Vorhaben und die genaue Beachtung der Anweisungen des Herstellers sowie geltender Richtlinien bei der Verarbeitung.
Du bist unsicher, welcher Kleber passt? Kein Problem – wir beraten dich gern persönlich! Ob Materialkombination oder Vorbereitung: Beim Aluminium kleben kommt es auf die richtige Kombination an. Mit unserer Erfahrung und den passenden Produkten unterstützen wir dich bei deinem Projekt.
FAQ zum Thema Aluminium kleben
Wie lange hält eine Aluminium-Klebung?▸
Bei richtiger Anwendung viele Jahre – oft sogar länger als Schraubverbindungen. Wichtig: Kleber aushärten lassen (mind. 24 h), Topfzeit beachten.
Kann man Aluminium im Außenbereich kleben?▸
Ja – mit witterungsbeständigem Klebstoff (z. B. PU, MS oder 2K-Kleber) hält die Verbindung auch bei UV, Regen und Temperaturwechseln.
Was kostet Kleben im Vergleich zum Schweißen?▸
Kleben ist meist günstiger und einfacher – ideal für DIY und Reparaturprojekte, da keine Spezialausrüstung nötig ist.

